Touristen-Abzocke an der Tham-Luang-Höhle in Thailand

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Kein Zugang: Die Tham-Luang-Höhle ist immer noch gesperrt

 
 
 

Vor einem Jahr sorgte das Höhlen-Drama in der Tham-Luang-Höhle in Thailand weltweit für Schlagzeilen. Zwölf junge Fußballer und ihr Trainer waren 17 Tage lang eingesperrt, bis sie in einer gefährlichen Aktion gerettet wurden. Für einige Einheimische war die internationale Aufmerksamkeit Grund genug, die Höhle zur Touristenattraktion zu machen.

In der ersten Folge der neuen Staffel von „Achtung Abzocke – Urlaubsbetrügern auf der Spur“ (heute, 20.15 Uhr, Kabel Eins) besucht Reporter Peter Giesel die Region. BILD erfuhr vor der Sendung, was das Fernsehteam erlebte: Hier wird Urlaubern ordentlich Geld aus der Tasche gezogen.

Die Masche geht so: Für etwa 100 Baht (2,86 Euro) bringen Taxifahrer Urlauber zum vermeintlichen Schauplatz des Höhlendramas. Erst vor Ort wird einigen Touristen klar, dass sie an einer ganz anderen Höhle gelandet sind.

Wer aber nun doch noch die echte Tham-Luang-Höhle besuchen will, zahlt noch einmal einen weitaus höheren Preis: 1000 Baht (umgerechnet 28,59 Euro) wird gefordert – für diese Region, so Giesel, sei das sehr überteuert.

Und es geht noch weiter. Der Reporter: „Auf dem Weg zum eigentlichen Schauplatz des Dramas gibt es Marktstände, die Blumen, Marmeladen und Glücksbringer verkaufen, die sich kein Thailänder zu den Preisen jemals leisten könnte. Dass ausgerechnet so eine Tragödie zu so einem Zirkus verkommt, ist wirklich unmoralisch und an Dreistigkeit kaum zu überbieten.“

Das Schicksal der Fußballmannschaft war ein Medien-Ereignis – weltweit bangten Menschen um die Eingesperrten. Dem Taucher Saman Kunan, der bei dem Rettungseinsatz starb, wurde vor der Höhle ein Denkmal in Form einer Statue gesetzt. Einige Filme und Serien entstehen.

Kein Wunder, dass viele Touristen die Höhle sehen wollen. Allerdings ist der Bereich bis auf Weiteres nicht zugänglich: „Restricted Area“ steht am Zaun.

Gelohnt hat sich der Besuch für das Drehteam aber doch. Peter Giesel: „Als wir dann vor der gesperrten Höhle standen, spürten wir aber schon, welche Bedeutung dieser Ort hat. Da gab es dann auch keine dubiosen Mafiosi mehr, denen wir hätten auf die Mütze hauen müssen. Das war sicher der schönste Moment unserer Thailand-Reise!“