Angeln im Waginger See: Produktivstes Großhechtgewässer Bayerns

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Auch Karpfenangler kommen am Waginger See voll auf ihre Kosten.

 
 
 

Umgeben von einem traumhaften Alpenpanorama im schönen Oberbayern liegt der Waginger See. Das rund 9 Quadratkilometer große Gewässer zählt in Bayern zu einer echten Perle, wenn es um das Hechtangeln geht. Andreas Nissen verrät, wie man beim Angeln im Waginger See erfolgreich an die kapitalen Räuber kommt.

Der Waginger See weist eine sehr hohe Artenvielfalt an Raub- als auch Friedfischen auf. Der Hecht stellt allerdings eindeutig die beliebteste Fischart unter allen Anglern des Waginger Sees dar. Meiner Meinung nach zählt der Waginger See sogar zu den produktivsten Großhechtgewässern unserer Bundesrepublik. Jährlich gelingt es mir und weiteren Anglern, dort regelmäßig sehr kapitale Hechte zu fangen. Hechte fühlen sich im Waginger See besonders wohl, schließlich findet der Räuber in dem neun Quadratkilometer großen See auch optimale Lebensbedingungen vor. Doch auch andere Raubfischarten wie Zander, Barsche oder sogar Welse fühlen sich im Waginger See äußerst wohl. Auch sollte der große Bestand an Friedfischen nicht unerwähnt bleiben. Vor allem Brassen kommen in großen Mengen vor. Experten überlisten regelmäßig Exemplare von über 50 Zentimetern.

Das leicht angetrübte Wasser des Sees, bietet dem Hecht optimale Jagdbedingungen. Ein weiterer Punkt weshalb Hechte im Waginger See kapitale Größen annehmen ist, dass sehr große Angebot an Futterfischen. Vor allem Brassen kommen im Waginger See in unzähligen Mengen vor. Jedoch stellen auch Lauben, sowie Renken einen Hauptteil der Hechtnahrung dar. Doch auch hier muss man sich beim Angeln im Waginger See an die Bedingungen wie Jahreszeit, Stellen- und Köderwahl anpassen, um zum Erfolg zukommen. Wie genau der „Schlachtplan“ aussieht, erfahrt Ihr hier.

Angeln im Waginger See auch vom Ufer

Weite Uferzonen des Waginger Sees sind mit dichtem Schilf bewachsen. Dieser Randbewuchs bietet vielen Lebewesen einen idealen Lebensraum. In den ufernahen Regionen des Sees beißen häufig nur kleinere Hechte und andere Räuber. Wesentlich effektiver ist das Uferangeln auf Döbel. Der Bestand an Dickköpfen hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Neben den klassischen Fangmethoden hat sich dabei auch das Angeln mit Twitchbaits als sehr fängig herausgestellt.

In den Uferbereichen des Waginger Sees halten sich Unmengen an Rotaugen und Rotfedern auf. Das Angeln mit der Pose ist eine effiziente Methode, den Weißfischen nachzustellen. Im Frühjahr kommen auch Zanderangler auf ihre Kosten. Die Stachelflosser laichen in den Uferbereichen des Sees ab und halten sich hier auch nach dem Laichgeschäft auf. An den richtigen Stellen kann man dann wahre Sternstunden erleben. Allerdings sollte man bei der Uferangelei darauf achten, dass viele Abschnitte in Privatbesitz sind und ohne Einwilligung der Eigentümer nicht als Angelplätze genutzt werden dürfen.

Hier gibt’s Angelkarten (Stand 10.2019)

Neben dem gesetzlichen Fischereischein, benötigt man zur Fischerei am Waginger See noch eine Angelkarte.

Friedfischkarte

Tageskarte : 9,00
3-Tageskarte : 19,00
Wochenkarte : 30,00
Monatskarte : 60,00
Saisonkarte : 110,00

Raubfischkarte

Tageskarte : 12,00
3-Tagekarte : 29.00
Wochenkarte : 50,00
Monatskarte : 100,00
Saisonkarte : 190,00

Die Angelkarten bekommt man direkt vor Ort, beispielsweise am Bootsverleih Kneidl an der Tettenhausener Brücke oder im Zoo und Angelfachhandel Schmid, Wilhelm – Scharnow – Str. 7, 83329 Waging.

Kapitale aus dem Freiwasser

Wer es auf die wirklich kapitalen Räuber – besonders Hechte – des Sees abgesehen hat, benötigt ein Boot. Denn die großen Fische halten sich nahezu das ganze Jahr über im Freiwasser auf. Nur die Tiefe, in der die Räuber stehen, ist je nach Jahreszeit unterschiedlich. Hecht und Co. folgen Lauben und Renken, die sich in den Weiten des Sees herumtreiben. Grundsätzlich gilt: Wer den Futterfisch findet, fängt die Kapitalen!

Zunächst steht man bei der gewaltigen Wasserfläche allerdings sprichwörtlich wie ein Ochs‘ vorm Berg und weiß nicht, wo man mit der Suche beginnen soll. Die Kleinfischschwärme lassen sich dabei am besten und einfachsten per Echolot lokalisieren. Dies ist allerdings oft leichter gesagt als getan. Da der See kaum Unterwasserstrukturen besitzt, fehlt es an Anhaltspunkten. An dem einen Tag stehen die Futterfische im südlichen Teil des Sees geballt, an anderen Tagen hält sich der Großteil der Schwärme im westlichen Teil auf.

Um die Fische zu finden, rudere ich zunächst Teile des Freiwassers ab. Motoren sind nämlich während des Angelns am Waginger See nicht gestattet, und so bleiben die guten alten Ruder die einzige Möglichkeit, um sich auf dem See vorwärts zu bewegen. Sind dann nach mühsamer Sucharbeit die Futterfische gefunden, werfe ich diesen Bereich sternförmig ab, in der Hoffnung, dass mein Köder beim Angeln im Waginger See schon bald von einem Großräuber ins Visier genommen und attackiert wird. Da das Angeln mit Köderfischen verboten ist, muss den Räubern mit Kunstködern nachgestellt werden. Dabei haben sich sowohl Wobbler als auch Gummifische bewährt. Die angebotenen Köder sollten einen schlanken Körperbau haben, der die Lauben perfekt imitiert.

Der richtige Köder fängt

Für die tieferen Bereiche sind Gummifische am Bleikopf die bessere Köderwahl für Hechte. Die Farben sollte man an die Wasser­trübung und die Wetterbedingungen anpassen. Im Herbst und im Frühling ist das Wasser des Waginger Sees sehr klar, weshalb hier vor allem natürliche Ködermuster punkten. In den Sommermonaten färbt sich das Wasser durch die starke Algenblüte grünlich ein. Dann fangen vorzugsweise helle Köder. Ebenso konnten frühmorgens als auch spätabends fluoreszierende Köderfarben zum Erfolg führen. Die Größe sollte mindestens 15 Zentimeter betragen. Nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt. Selbst im Sommer, wo üblicherweise kleinere Köder punkten, konnte ich beim Angeln im Waginger See schon mit 30 Zentimeter langen Gummiködern einige Großhechte verhaften.
Fangerlaubnis, Schonzeiten und Mindestmaße beim Angeln im Waginger See (Stand 10.2019)

Gestattet sind sämtliche Kunstköder über 5,5 Zentimeter, sowie Würmer, Insekten, Brot und Teig.
Lebende und tote Köderfische und Fischstücke sind grundsätzlich verboten.
Gefischt werden darf sowohl vom Boot, als auch vom Ufer. Bootsmotoren, egal ob Elektro oder Benziner sind verboten.
Hechte und Zander dürfen pro Tag insgesamt nur zwei Stück gefangen werden.
Für Zander wird das Mindestmaß auf 55 Zentimeter, für Hecht auf 60 Zentimeter und für Karpfen auf 35 Zentimeter festgesetzt.
Die Fangzeit erstreckt sich vom 01. Mai bis 31. Oktober ab einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang, vom Boot aus eine Stunde vor Sonnenaufgang bis nicht über 21 Uhr.
Der Zanderfang darf erst ab 15.06. ausgeübt werden.
Mehr Infos zu den Bestimmungen beim Angeln im Waginger See findet Ihr unter www.waginger-see.de

Nicht nur Hecht

Der Waginger See beherbergt noch weitere, für den Angler interessante Raubfische. Zum Beispiel hat der See einen guten Barschbestand. Exemplare bis 30 Zentimeter kommen recht häufig vor. Exemplare über 30 Zentimeter sind dagegen äußerst selten. Typische Barsch-­Hotspots sind sowohl die Bootshäuser der Berufsfischer als auch die vielen überhängenden Büsche und Äste am Ufer. Auch Welse ziehen in den letzten Jahren viele Angler am Waginger See in ihren Bann. Ich selbst konnte schon mehrere gute Waller fangen, die mir als willkommener Beifang beim Hechtfischen ans Band gingen. Speziell das Angeln mit dem Wallerholz wird in der letzten Zeit häufig mit Erfolg betrieben.

Aber auch Zander kommen im See vor. Zanderspezis überlisten jedes Jahr kapitale Exemplare. Ob nun auf die Stachelritter oder auf die beliebten Barsche und Döbel: Man sollte bei der Köderwahl dann zu etwas kleineren Exemplaren greifen als beim Hechtfischen. Kleine Twitch- und Crankbaits um die sieben Zentimeter Länge bringen zum Beispiel bei Barsch und Döbel gute Erfolge. Auch passionierte Friedfischangler kommen beim Stippen und Feedern auf Weißfische auf ihre Kosten. Brassen, Rotaugen und Rotfedern lassen sich vor allem mit Mais, Würmern und Maden zu einem Anbiss verlocken.

Geduld beim Angeln im Waginger See zahlt sich aus

Auch wenn der Waginger See einen hervorragenden Bestand an kapitalen Räubern hat, springen einem die Fische auch hier nicht in den Kescher. Ich muss zugeben, dass auch ich in meinen Anfangszeiten am Waginger See nur sehr mäßigen bis gar keinen Erfolg zu verzeichnen hatte. Man muss etwas Geduld und Zeit in dieses Gewässer investieren, um regelmäßig große Fische – in meinem Fall am liebsten Hechte – zu fangen. Ich konnte schon viele Angler beobachten, die mit sehr großen Erwartungen an diesen See kamen und enttäuscht wieder nach Hause fuhren. Man darf die Flinte eben nicht zu früh ins Korn werfen, denn mit der Zeit lernt man das Gewässer mit seinen Besonderheiten kennen und kann dann wahre Sternstunden an der Perle Bayerns erleben.