Diese Trends verändern das Reisen von morgen

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Die Nachhaltigkeitsdebatte hat auch in der Tourismusbranche Einzug gehalten – und mit ihr weitere Trends

 
 
 

Laut einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Euromonitor International könnten die Umsätze der Reisebranche trotz „Greta-Effekt“ bis 2024 auf fast 3 Billionen US-Dollar wachsen. Diese Trends prägen das Reisen außerdem.

Das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz macht auch vor der Reisebranche nicht halt. Das zeigt der jüngste Bericht des Marktforschungsunternehmens Euromonitor International: In Europa, Lateinamerika und in der Region Asien-Pazifik sei eine Mehrheit der Bürger wegen der Folgen des Klimawandels besorgt. Vor allem in Europa mache sich die Klima-Debatte – befeuert von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg – bemerkbar.

Das damit verbundene Umdenken – der sogenannte „Greta-Effekt“ – habe dabei auch auf Europas Tourismusbranche Auswirkungen. „In Europa ist der Greta-Effekt für Reisemarken und Urlaubsorte durch Flugscham als neues soziales Phänomen und neue Werkzeuge wie die Kohlenstoffrechner, die Kunden zu nachhaltigeren Reise-Alternativen anhalten sollen, spürbar“, sagt Caroline Bremner, Managerin für die Reisebranche bei Euromonitor International.

Allerdings ist die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit nicht der einzige Trend, der das Reisen beeinflusst. In seinem jüngsten Bericht nennt das Marktforschungsunternehmen Euromonitor International acht Megatrends, die auf die Tourismusbranche einwirken. Dazu gehören unter anderem: Gesundes Lebens, neue Formen der Reisebuchung und die Vernetzung von Kunden untereinander.

Ein weiterer Trend zeigt sich in einem neuen Verständnis von Reisen: So wollen drei von vier Urlaubern unterwegs authentische Erfahrungen machen – abseits von Hotels und Tourismus-Klischees. Das bestätigt wiederum die Beliebtheit von Privatvermietungen wie Airbnb.

Mäßige Entwicklung in Europa

Während sich das Reisen in seiner Ausrichtung wandelt, steigen die Tourismuszahlen in den nächsten Jahren weiter: Laut dem Bericht erwartet die Branche ein konstantes Wachstum von 3,3 Prozent pro Jahr. Bis 2024 wird mit einem Umsatz-Anstieg auf mehr als 3 Billionen US-Dollar gerechnet.

Für Europa ergibt sich ein gemischtes Bild: Während andere Regionen deutlich schneller wachsen, dürfte das kumulierte Wachstum für Westeuropa in den nächsten fünf Jahren bei etwa 1,9 Prozent pro Jahr liegen. Trotzdem zieht der Kontinent auch weiterhin Reisende aus dem EU-In- und Ausland an. Bis 2024 soll der Tourismus in Westeuropa 552 Mrd. US-Dollar erlösen.

Online-Buchung und Barrierefreiheit im Trend

Wer reist, bucht am liebsten online: Weltweit 52 Prozent der Reisenden ordern Tickets und Unterkunft digital. Rund jeder Vierte bucht seine Reise auf dem Handy. Auch Social Media wird für die Reisebranche wichtiger. Immer mehr Nutzer holen sich die Inspiration für den Urlaub bei Instagram oder Youtube. Im Schnitt geben Reisende bis 2024 dabei pro Trip etwa 1101 US-Dollar aus. Zum Vergleich: In 2019 betrugen die Durchschnittsausgaben in etwa 1088 US-Dollar.

Bei den Reisezielen setzen viele Urlauber auf Orte im eigenen Land: Laut dem Bericht gehen bis 2024 nur 1,8 Milliarden Reisen ins Ausland, 19 Milliarden Reisen entfallen dagegen auf den Inlandstourismus. Für Europa zeigen Forschungsergebnisse der Europäischen Reisekommission zudem, wie stark Hobbys und Interessen die Reiseplanung beeinflussen. Rund 55 Prozent der Besucher räumten der europäischen Gastronomie demnach einen hohen Stellenwert ein.

Ein weiterer Trend ist die Barrierefreiheit beim Reisen. Die Notwendigkeit, den Urlaub barrierefrei zu gestalten, haben Reiseveranstalter und Reiseorte nach und nach erkannt. Dabei zeigt der Bericht, dass vor allem Senioren aufgrund ihres hohen Alters in Begleitung verreisen – und oftmals länger an einem Urlaubsort bleiben. „Europa hat die Nase vorn, wenn es um barrierefreien Tourismus geht“, sagt Caroline Bremner. Dort hätten Reisemarken und Reiseorte die Notwendigkeit von Zugang für alle Besucher ungeachtet ihres Alters und ihrer Fähigkeiten erkannt.

Die Trends und Befunde des Berichts basieren auf Interviews zur Entwicklung der Reisebranche mit mehr als tausend Experten sowie auf verschiedenen unabhängigen Quellen und Ergebnissen anderer Umfragen wie der „Euromonitor International Lifestyles Survey“.