Entspannung nach Schneechaos in den Alpen

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Osttirol trafen die Schneemassen besonders hart

 
 
 

Heftige Schneefälle haben am Wochenende und zu Wochenbeginn in Teilen Österreichs, der Schweiz und Norditaliens ein Verkehrschaos ausgelöst. Inzwischen haben die Niederschläge nachgelassen und die Lage entspannt sich zunehmend.

Am stärksten unter dem Wintereinbruch gelitten hatten die österreichischen Bundesländer Kärnten und Tirol, hier vor allem Osttirol, sowie die angrenzende italienische Region Südtirol. Viele der vorübergehend gesperrten Straßen und sind wieder frei. Größere Behinderungen gibt es noch auf etlichen Alpenpässen. Die Straßen in tieferen Lagen sind – abgesehen von einzelnen Unterbrechungen nach Erdrutschen – in der Regel frei. Allgemein herrscht weiterhin hohe Lawinengefahr.

Die aktuelle Situation

Österreich

In Osttirol ist die Felbertauernstraße, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen, wegen Lawinengefahr noch bis voraussichtlich Freitagmittag, 22. November, gesperrt. Das Defereggen-, Virgen- und Kalsertal und die dort gelegenen Touristenorte, die zeitweise abgeschnitten waren, sind wieder erreichbar.

Auch in Kärnten, Salzburg und der Steiermark stehen die Zeichen auf Entspannung: Die Bahnverladung Tauernschleuse bleibt nach einer geologischen Begutachtung zwar noch bis Freitag, 29. November, geschlossen, die nach einem Erdrutsch unterbrochene wichtige Verbindung Lienz – Spittal (Drautalstraße B100) ist aber wieder frei. Auch der Ort Heiligenblut an der Großglocknerstraße ist aus der Schneefalle befreit und kann wieder mit dem Auto angefahren werden.

Die Autobahnen sind alle befahrbar, Winterreifen jedoch unerlässlich. Auf der Tauernautobahn A10 (Salzburg Richtung Villach), wo zwischen Paternion-Feistritz und Villach-West nach einem Erdrutsch zeitweise nur ein Fahrstreifen zur Verfügung stand, gibt es keine Behinderungen mehr.

Italien

In Südtirol, das ebenfalls unter den Schneemassen zu leiden hatte, konzentrieren sich die Behinderungen auf höher gelegene Strecken. Nicht möglich sind derzeit Fahrten über den Jaufenpass (Sterzing – St. Leonhard i. Passeier) sowie über einige Dolomitenpässe. Die wichtigen Durchgangsrouten sind frei befahrbar.

Schweiz

Weitgehend entspannt hat sich die Lage im Schweizer Kanton Graubünden. Hier sind nur noch der Flüelapass (Verbindung Davos – Susch; Ausweichmöglichkeit über die Vereina-Autoverladung) sowie einige höher gelegene Nebenstrecken gesperrt. Die übrigen wichtigen Verbindungen sind alle offen.

Frankreich

Im Südosten Frankreichs hatten die Schneefälle bereits letzte Woche ein Verkehrschaos ausgelöst. Am stärksten betroffen waren die Departements Drôme, Isère, Rhône, Loire und Ardèche. Inzwischen hat sich die Lage wieder beruhigt. Einige Nebenstraßen sind aber immer noch aufgrund von Erdrutschen unterbrochen.

Einen Überblick über die aktuelle Verkehrslage erhält man auf den Internetseiten der französischen Verkehrsbehörde*.

Tipps für Reisende

Autofahrer sollten sich trotz der Entspannung vor Fahrtantritt beim ADAC über die aktuelle Lage erkundigen. Die Situation kann sich erfahrungsgemäß rasch ändern.

Laufend aktualisierte Verkehrsmeldungen finden Sie auf ADAC Maps, Informationen zur Befahrbarkeit aller wichtigen Alpenstraßen bei der ADAC Alpenstraßeninfo.

Offene Pässe, aber auch Talstraßen sollten nur noch mit Winterreifen befahren werden. Auf Nummer sicher geht, wer zusätzlich Schneeketten dabei hat. Autofahrer, die mit unzureichender Bereifung unterwegs sind, gefährden nicht nur ihre eigene Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmer, ihnen drohen auch empfindliche Strafen. Besonders teuer wird es bei einem Unfall.

Wer keine eigenen Schneeketten besitzt, kann diese beim ADAC erwerben. Der Vorteil für ADAC Mitglieder: Wer den Kettensatz nicht benutzt und die Verpackung nicht beschädigt, bekommt den Kaufpreis zurückerstattet und zahlt lediglich eine Gebühr von 3 Euro pro Tag. Diesen Service bieten zahlreiche ADAC Geschäftsstellen an.

Hinweis zum Reiserecht

Wer individuell gebucht hat und im Urlaub eingeschneit wird, hat übrigens schlechte Karten. Einen Anspruch auf Entschädigung gibt es in der Regel nicht, so die Ansicht von Reiserechtsexperten. Wer seinen Ferienort wegen gesperrter Straßen erst gar nicht erreicht, hat hingegen das Recht, kostenfrei zu stornieren. Nähere Infos zu diesem Thema finden sich beim ADAC Reiserecht.

Weitere Aussichten

Laut Prognosen sind im weiteren Wochenverlauf keine größeren Schneefälle mehr zu erwarten. In höheren Lagen besteht die Lawinengefahr voraussichtlich aber noch längere Zeit bestehen.