Quarantäne-Regelungen: Was gilt bei Reisen ins Ausland?

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Ab 15. Juni wieder reisen - in Europa

 
 
 

Bald sind Reisen innerhalb Europas wieder möglich – doch für einige Länder gelten besondere Regeln. Wer nach Schweden fährt, muss beispielsweise nach seiner Rückkehr in Quarantäne. Was gilt wo?

Während in fast allen europäischen Ländern die Corona-Infektionen rückläufig sind, ringt Schweden mit vergleichsweise hohen Neuinfektions- und Todeszahlen. In Deutschland gibt es deshalb jetzt in vielen Bundesländern neue Quarantäne-Bestimmungen für Schweden-Reisende.

Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bayern und Hamburg haben angekündigt, dass Reisende aus Schweden sich bei Einreise in das jeweilige Bundesland 14 Tage in Quarantäne begeben müssen. Egal, ob es sich dabei um deutsche Touristen, schwedische Staatsangehörige oder andere Ausländer handelt, die sich in Schweden aufgehalten haben.

Quarantäne bei Rückkehr aus Risikogebieten

Diese Quarantäne-Bestimmungen regelt jedes Bundesland für sich, in der Regel durch eine entsprechende Verordnung. Allerdings gibt es eine Verabredung zwischen Bund und Ländern: Demnach sollen 14 Tage Quarantäne für Reisende aus allen Ländern gelten, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern den Wert von 50 innerhalb einer Woche überschreitet. Dieser Grenzwert gilt als zentrale Kenngröße zur Identifizierung von Risikogebieten.

Überschreitet ein Land den kritischen Wert, wird entsprechend der jeweiligen Landesverordnungen automatisch die Quarantäne-Pflicht aktiviert, ohne dass dies eigens verkündet werden müsste.

Unterschiedliche Landesverordnungen

Wer also aktuell nach Schweden reisen möchte, sollte sich beim Gesundheitsministerium seines Bundeslandes genau erkundigen, ob bei Rückkehr Quarantäne nötig ist. In den allermeisten Bundesländern wird das der Fall sein.

Eine Ausnahme ist aktuell beispielsweise NRW: Hier steht der entsprechende Passus zwar ebenfalls in der Landesverordnung. Allerdings hat ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts diese Verordnung kürzlich für in dieser Form nicht zulässig erklärt, weshalb sie derzeit überarbeitet wird. Ob der betreffende Passus dabei ebenfalls geändert wird, ist noch unklar.

Ab 15. Juni wieder reisen – in Europa

Generell sollen ab 15. Juni Auslandsreisen aber wieder erleichtert werden. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte angekündigt, die weltweite Reisewarnung wegen der Coronavirus-Pandemie ab dem 15. Juni aufzuheben. Zunächst aber nur für die EU und Schengen-Staaten, also Norwegen, die Schweiz, Island und Liechtenstein. Gleichzeitig sollen auch Einschränkungen an den europäischen Binnengrenzen und gegenseitigen Quarantäne-Verpflichtungen aufgehoben werden.

Österreich und Italien haben die Kontrollen an den Grenzen beispielsweise schon weitgehend aufgehoben, auch Tschechien öffnet bereits wieder für Reisende aus Deutschland. Norwegen und Spanien hingegen wollen die Einreisesperren auch noch über den 15. Juni hinaus aufrecht erhalten.

Deshalb verzögert sich die Aufhebung der Reisewarnung – die eine kostenlose Stornierung von Urlaubsreisen ermöglicht – für diese beiden Länder noch. Spanien will erst ab Juli wieder Touristen im großen Stil einreisen lassen. Zunächst gibt es ein Pilotprojekt, bei dem einige Tausend ausschließlich deutsche Touristen nach Mallorca und auf andere Baleareninseln reisen dürfen.

Quarantänepflicht in Großbritannien

Lediglich bei einer Reise nach Großbritannien gilt seit dieser Woche eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden – ausländische wie einheimische. Wenige Ausnahmen gelten für Lkw-Fahrer oder einige Beschäftigte des Gesundheitswesens.

Für Länder außerhalb Europas beziehungsweise des Schengenraums gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amts auch über den 15. Juni hinaus. Wer in diese Länder reist, muss nach seiner Rückkehr 14 Tage in Quarantäne.