5 Orte in Kolumbien, die man gesehen haben muss

In den letzten Jahren erlebte Kolumbien als Reisedestination einen Boom. Kein Wunder, denn das Land mit karibischen Stränden, bunten Dörfern und tiefgrünen Wäldern hat einen vielseitigen Mix zu bieten.

Über Kolumbien schweben noch immer die Schatten der Vergangenheit. Lange herrschten im Land Drogen- und Guerillakriege. Heute braucht man sich vor einer Reise in das Land nicht mehr zu fürchten, wie Lukas Hohl-Jaramillo (28) im Interview mit BLICK verrät: «Mit gesundem Menschenverstand kann jeder Kolumbien problemlos bereisen.»

Hohl-Jaramillo ist halb Schweizer, halb Kolumbianer – aufgewachsen in Biel. Mit 19 Jahren reiste er das erste Mal auf eigene Faust zu seinen Wurzeln. «Ich war vom ersten Moment an hin und weg. Von den Leuten und deren Herzlichkeit», schwärmt der 28-Jährige. Heute bringt der sympathische Event-Manager mit seiner Reiseagentur Kolumbienentdecken.ch anderen seine Liebe für Kolumbien näher.

Nebenbei engagiert sich der Bieler bei sozialen Projekten des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Hohl-Jaramillo betreut hier in der Schweiz seit sieben Jahren Jugendliche und Kinder aus der von Konflikten geprägten kolumbianischen Region Nariño. Mit Hilfe von Sport will er ihnen neue Wege aufzeigen und Werte wie Disziplin und Respekt näherbringen. Auch in Kolumbien selbst besucht Hohl-Jaramillo immer wieder Schulen in neuen Regionen, spielt mit den Kindern vor Ort Hockey und vermittelt ihnen mit Hilfe von Sport die wichtigen Werte im Leben.

Für Hohl-Jaramillo sei es aber vor allem «der Mix aus der Vielfalt des Landes und den herzlichen Leuten», der Kolumbien so spannend für ihn macht und ihn mehrmals im Jahr in den Norden Südamerikas lockt. BLICK hat der Bieler erzählt, welche Ecken des Landes es ihm besonders angetan haben.

1. Barichara

Rund 8000 Einwohner leben in Barichara, ein kleines Dörfchen, das noch weitgehend vom Massentourismus verschont geblieben ist. Der Ort im Innern des Landes wird als einer der ruhigsten Kolumbiens gehandelt. «Anstatt zu arbeiten, geniesst du. Anstatt zu laufen, schlenderst du. Anstatt zu stressen, gehst du es ruhig an. Und anstatt langer Partymeilen findest du hier erholsame Gassen mit Cafés», so Hohl-Jaramillo. Das Kolonialstädtchen sei perfekt, um herunterzufahren. Alleine die dreistündige Anfahrt ab dem Flughafen Bucaramanga durch den Canyon Chicamocha ist ein Traum – und lohnt sich. Nicht viele Leute verirren sich in das abgelegene Barichara, aber alle, die es tun, «verlieben sich sofort».

2. Eje Cafetero

So nennen die Kolumbianer ihr Kaffee-Dreieck. Das Eje Cafetero strahlt in saftigem Grün und lockt mit frischen Kaffeebohnen. Hier kommt man der Natur näher und geniesst idyllische Ruhe. Auf den Farmen in der Umgebung kann man übernachten und geniessen. Kolumbien-Experte Hohl-Jaramillo hat einen Tipp: «Hacienda Venecia ist besonders authentisch. Die Besitzer nehmen sich Zeit und essen abends mit den Touristen am Tisch.»

3. Medellín

Auch die 2,5-Millionen-Stadt ist ein Muss. Eine Grossstadt, die mit Innovation und einem breiten Kulturbereich glänzt. Auch viele Unternehmer haben nach Medellín gefunden. «Die Leute machen die Stadt aus. Dort gibt es die herzlichsten, freundlichsten und hübschesten Leute in ganz Kolumbien.» Die Einheimischen von Medellín seien entgegen allen Vorurteilen extrem hilfsbereit. Ausserdem glänzt die Stadt mit einer vielseitigen und guten Gastronomie. Hohl-Jaramillo meint: «Die Zona Provenca ist mein Lieblingsviertel, dort wimmelt es nur so von guten Restaurants und Bars. Ein cooler Spot für einen gemütlichen Abend.»

4. Isla Múcura und Santa Cruz del Islote

Isla Múcura ist in etwa zwei Stunden von Cartagena erreichbar. Eigentlich ist Kolumbien nicht ausschliesslich bekannt für Badeferien, auf der Insel im Nordwesten finden sich aber Strände so weiss wie auf den Malediven. «Múcura ist sehr schön, hat kristallklares Wasser und wunderschöne Strände zu bieten. Das Punta Faro Hotel ist sehr empfehlenswert.» Es engagiert sich für die Kinder auf der Insel und sorgt dafür, dass fast jeder Einheimische einen Job hat. Mit dem jüngeren Teil der Bevölkerung werden Projekte im sozialen Bereich umgesetzt, wie etwa Schildkröten befreien. Auch um die Bewohner der nebenan gelegenen Santa Cruz del Islote kümmert sich das Punta Faro. Diese winzige Insel steht gar im Guinnessbuch der Rekorde, weil es die meistbesiedelte Insel auf der ganzen Welt ist. Sie liegt gleich gegenüber des Punta Faros, und die Einheimischen schwimmen zwischen den Inseln hin und her. Auf den beiden kolumbianischen Inseln gibt es Schwierigkeiten mit Strom, sauberem Wasser oder Hygiene, dennoch lohnt sich ein Trip dorthin – denn ein Besuch bleibt unvergessen.

5. Guatapé und El Peñón de Guatapé

Ein beliebtes Touristenziel in Kolumbien ist der Fels von Guatapé. Dort führen 800 Treppenstufen an die Spitze, von wo aus man einen atemberaubenden Ausblick über die Stausee-Region hat. Viele lassen aber das Dorf Guatapé aus. Ein Fehler, denn der Ort ist der bunteste von ganz Kolumbien, der die Magie und Fröhlichkeit des Landes perfekt widerspiegelt. Die Wände der Häuser strahlen in allen möglichen Farben, und die Leute empfangen Besucher mit offenen Armen. «Es empfiehlt sich eine Kombination aus dem Touristenmagnet El Peñón de Guatapé und dem gemütlichen Dörfchen.»

Reise-Tipps für Cartagena

Von einer bezaubernden Bucht umrahmt, liegt Cartagena de Indias, wie die Stadt mit vollem Namen heisst, an der Karibikküste im Norden Kolumbiens. 1533 von den Spaniern gegründet, gehörte sie bereits im 16. Jahrhundert zu den wichtigsten Hafenstädten Südamerikas.

Wegen ihrer farbenprächtigen ummauerten Altstadt mit den Vierteln Centro, San Diego, La Matuna und Getsemaní gilt sie als schönste Kolonialstadt des ganzen Kontinents. Imposante Kathedralen, Paläste im andalusischen Stil, verträumte, blumengeschmückte Alleen und bunt bemalte Häuserreihen mit verschnörkelten Lauben und Balkonen prägen das pittoreske Strassenbild. Kein Wunder also, dass das historische Herz der Stadt seit 1984 als Unesco-Weltkultur­erbe gelistet ist.