Reise-Gutschein statt Geld zurück: Was bedeutet die Lösung?

Millionen Urlauber fordern Geld für abgesagten Urlaub zurück – die Corona-Krise könnte Reiseveranstalter und Airlines in den Ruin treiben. Die Regierung will nun die Gutschein-Lösung. Was bedeutet das?

Die Tourismusbranche hatte in der Corona-Krise einen Hilferuf an ihre Kunden gerichtet: Sie sollen bei einem abgesagten Urlaub nur verschieben und einen Gutschein akzeptieren, statt eine sofortige Rückzahlung zu verlangen.

Und auch die deutsche Bundesregierung will nun eine Gutscheinlösung für abgesagte Pauschalreisen und Flüge. Das Kabinett soll einer entsprechenden Lösung zugestimmt haben. Was heißt das nun für Kunden von Reiseveranstaltern und Airlines? Der reisereporter bewantwortet die wichtigsten Fragen:

Was ist ein Reisegutschein überhaupt?

Das steckt hinter dem Begriff Reisegutschein oder Voucher: Nach der Absage einer Reise wird die schon geleistete Zahlung als Gutschrift für eine zukünftige Buchung von Airlines oder Reiseveranstaltern einbehalten, sie stellen also quasi einen Gutschein aus.

Dieser kann dann bei einer Neubuchung eingelöst werden. In der aktuellen Situation gewähren Reiseveranstalter oft einen zusätzlichen Bonus, um die Kunden zu motivieren, einen solchen Gutschein anzunehmen.

Aktueller Stand: So sind Erstattungen eigentlich geregelt

Eigentlich sind Reiseveranstalter und Airlines dazu verpflichtet, Geld schnell zurückzuerstatten, wenn ein Urlaub oder ein Flug wegen der Pandemie abgesagt wird. Bei Reisen gilt eine Frist von 14 Tagen, die Kosten für stornierte Flüge müssen sogar innerhalb einer Woche zurückgezahlt werden.

Doch viele Unternehmen haben das in der Corona-Krise zuletzt nicht mehr gemacht – weil sie finanziell in enormen Schwierigkeiten stecken. Veranstalter etwa kämpfen nicht nur mit fehlenden Neubuchungen und dem entgehenden Geschäft. Sie müssen bei einer Stornierung auch die angezahlten Kundengelder zurückzahlen, zudem bleiben sie auf bereits gezahlten Leistungen in den Zielgebieten sitzen.