US-Gesundheitsbehörde warnt vor Reisen nach Südkorea

Südkorea hat Japan bei der Zahl der Covid-19-Fälle überholt. Das US-Militär erwägt, gemeinsame Manöver zu reduzieren. Behörden raten von Privatreisen in das Land ab.

Die US-Zentren für Seuchenkontrolle und Prävention raten Amerikanern, wegen des Coronavirus-Ausbruchs alle unnötigen Reisen nach Südkorea zu vermeiden. Südkoreanische Gesundheitsbehörden meldeten Dutzende neue Infektionsfälle. Mit den bis zu diesem Dienstag registrierten Infizierungen stieg die Zahl um 60 auf 893.

Damit gibt es in Südkorea nun mehr Fälle als in Japan, wo sich viele auf einem Kreuzfahrtschiff ansteckten. Innerhalb einer Woche erhöhte sich die Zahl der Infektionen in Südkorea um das 15-fache, mit den meisten Fällen in der südöstlichen Stadt Daegu und Umgebung. Acht Menschen starben mittlerweile in dem Land an Covid-19.

Südkorea und die USA erwägen wegen der Krankheitswelle nun eine Reduzierung gemeinsamer Militärmanöver. Pentagonchef Mark Esper sagte bei einer Pressekonferenz mit dem südkoreanischen Verteidigungsminister Jeong Kyeong Doo in Washington, der Kommandeur der US-Truppen in Korea, General Abe Abrams, und Südkoreas Armeechef Park Han-Ki würden derzeit darüber beraten. „Ich bin sicher, dass wir weiterhin voll und ganz bereit sein werden, allen Bedrohungen zu begegnen, denen wir uns gemeinsam gegenüber sehen werden.“

Jeong sagte, in den südkoreanischen Streitkräften seien bislang 13 Soldaten mit dem neuen Coronavirus diagnostiziert worden. Der Minister sprach von einer „ernsten Lage“. Zur Abschreckung Nordkoreas sind mehr als 28.000 US-Soldaten in Südkorea stationiert.

Auch in China stieg die Zahl der Opfer und Infizierten durch das Coronavirus weiter an. Wie die Pekinger Gesundheitskommission mitteilte, kamen weitere 71 Menschen durch die Covid-19 genannte Krankheit ums Leben. Die Gesamtzahl der Todesopfer in China stieg damit auf 2.663. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen wuchs um 508 auf 77.658. Bis auf drei Todesopfer und neun Infektionen wurden sämtliche neue Fälle in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war.